23.06.2026

Neue Forschung zur Kulturgeschichte der (jüdischen) Aufklärung

 

Die Juniausgabe des vom Franz Rosenzweig Minerva Research Center der Hebräischen Universität Jerusalem herausgegebenen Periodikums Naharaim. Zeitschrift für deutsch-jüdische Literatur und Kulturgeschichte eröffnet der Open Access-Beitrag „Moses Samuel Lowe – Engraver, Draughtsman and Miniature Painter of German (Jewish) Enlightenment“ von Dr. Uta Lohmann.

Der Aufsatz beleuchtet das Leben und Werk des fast in Vergessenheit geratenen Kupferstechers und Miniaturmalers Moses Samuel Lowe (1756–1831). Als einer der ersten jüdischen Künstler, die eine akademische Ausbildung erhielten, zeichnete sich Lowe durch unermüdliche Kreativität und Erfindungsreichtum aus. Seine künstlerischen Erfahrungen sammelte er vor allem in den geselligen Kreisen der Berliner Aufklärung und den intellektuellen Netzwerken der preußischen Haskala. Die von ihm geschaffenen Porträts verliehen vielen Denkern dieser wissenschaftlichen und literarischen Kreise ein individuelles Gesicht. Lowe blieb insbesondere mit einigen jüdischen Aufklärern sein Leben lang ideologisch und konzeptionell verbunden und lieferte Illustrationen für deren Publikationen, die mit ihrer ästhetischen Ausdruckskraft der anschaulichen Erkenntnis der Rezipienten dienten. 

Ein Beispiel dafür sind die Vignetten, die Lowe für Naphtali Herz Wesselys Heldenepos über das Leben des biblischen Mose in Kupfer stach und die sowohl im hebräischen Original (Shire Tiferet, 1789) als auch in der deutschen Übersetzung (Moseide, 1795) abgedruckt wurden.

 

Abbildung: Illustration der Rettung Moses durch die Tochter des Pharaos von Moses Samuel Lowe in Naphtali Herz Wesselys „Die Moseide“ (1795). Quelle: Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg