07.08.2026

Zwischen Jerusalem, London und New York

Hier finden Sie die letzte Folge unserer aktuellen Podcast-Staffel von Jüdische Geschichte Kompakt, die unter der Überschrift „Geschichte(n) der deutsch-jüdischen Diaspora“ steht. In dieser Staffel erkunden wir die globalen Wege deutschsprachiger Jüdinnen und Juden, die besonders nach 1933/38 aus ihren Herkunftsländern emigrierten oder fliehen mussten. Gemeinsam mit unseren Gästen diskutieren wir, wie diese heterogene Gruppe ihren Alltag an Orten wie Buenos Aires, Haifa, London, New York oder Shanghai gestaltete, dort neue Gemeinschaften aufbaute und mit ihrer deutsch-jüdischen Herkunft nach der Schoa umging. 

Nachdem wir in der ersten Folge dieser Staffel unter der Überschrift „Remapping Survival“ mit Atina Grossmann über deutsch-jüdische Fluchterfahrungen zwischen Iran und Indien gesprochen haben, blickten Liliana R. Feierstein und David Jünger in unserem zweiten Gespräch in vergleichender Perspektive auf die deutsch-jüdische Diaspora in den Vereinigten Staaten von Amerika einerseits und in den Staaten Lateinamerikas andererseits. In der dritten Folge hatten wir Steven Less zu Gast, der ausgehend von einem sehr persönlichen Buch über seinen Vater – dem Künstler John Hans Less –, über dessen Flucht in die chinesische Hafenmetropole Shanghai sprach und zugleich über die Auswirkung dieser Fluchterfahrung auf ihn selbst und das Verhältnis zu seinem Vater.

In der letzten Folge unserer Staffel, die Sie ab heute hören können, durften wir Ruth Nattermann begrüßen, mit der wir über die Geschichte des Leo Baeck Instituts (LBI) gesprochen haben, also jenem weltweit wichtigsten Dokumentations- und Forschungszentrum zur Geschichte des deutschsprachigen Judentums, das aus der deutsch-jüdischen Diaspora heraus entstanden ist und das im vergangenen Jahr sein 70jähriges Bestehen feierte. Von der ikonischen Fotografie aus der Gründungszeit des LBI ausgehend, die Shmuel Hugo Bergman und Ernst Simon gemeinsam mit Martin Buber auf der Terrasse seines Hauses im Jerusalem des Jahres 1955 abbildet, haben wir mit Ruth Nattermann aber nicht nur über die Entstehungsgeschichte des LBI gesprochen. Über die Geschichtserfahrungen und Motive seiner Gründerinnen und Gründer hinaus, die selbst dem deutschsprachigen Judentum der Zwischenkriegszeit erwachsen waren, haben wir zugleich auf die generationellen Veränderungen des LBI und deren Auswirkungen auf das jeweilige Profil an seinen drei Standorten in Jerusalem, London und New York geblickt.

Mit PD Dr. Ruth Nattermann, die in Leipzig und München lehrt und forscht, hätten wir keine kompetentere Gesprächspartnerin zu dieser faszinierenden Geschichte finden können. Schon im Jahre 2004 hat die habilitierte Historikerin ihre in München vorgelegte Dissertationsschrift unter dem Titel Deutsch-jüdische Geschichtsschreibung nach der Shoah. Die Gründungs- und Frühgeschichte des Leo Baeck Institute im Essener Klartext-Verlag vorgelegt. Bei Hentrich und Hentrich erschien im vergangenen Jahr wiederum 70 Jahre Leo Baeck Institut: Deutsch-jüdische Geschichte in der Diaspora. 

 Eine Einführung von Miriam Rürup und Björn Siegel in die 18. Staffel, die gemeinsam von Lisa Sophie Gebhard und Lutz Fiedler am MMZ kuratiert wurde, finden Sie hier: https://juedischegeschichtekompakt.podigee.io/96-18-0-intro-zur-staffel-geschichten-der-deutsch-j-dischen-diaspora

Sie können sich diese Folge ab sofort unter folgendem Link anhören: https://juedischegeschichtekompakt.podigee.io/100-94-judische-geschichte-kompakt-18-4-zwischen-jerusalem-london-und-new-york

Der Podcast-Kanal ist ein Kooperationsprojekt des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg und des Moses Mendelssohn Zentrums in Potsdam, das diese Staffel betreut.

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