20.08.2026

Erste Projekte gehen in die Umsetzung

Dank einer großzügigen Schenkung von Prof. (em.) Dr. Monika Richarz konnte am IGdJ der Monika Richarz-Fonds – Forschungen zur Jüdischen Frühen Neuzeit eingerichtet werden. Gefördert werden Projekte, die bedeutsame demographische, religiöse, soziale und politische Ereignisse und Prozesse der Epoche mit innovativen Fragestellungen und neuen methodischen Ansätzen untersuchen. 

Zum Auftakt der Förderlinie können vier Forschungsvorhaben unterstützt werden, die sowohl innerjüdische Entwicklungen in den Veränderungen jüdischer Lebenswelten als auch tiefgreifende Verschiebungen in Status und Behandlung von Jüdinnen und Juden in den jeweiligen Staaten und Gesellschaften analysieren. 

 

Dr. Johannes Czakai (Jerusalem) widmet sich der Geschichte des frühneuzeitlichen Schlesiens im Spiegel von Konversionen von Juden zum Christentum. Ziel ist es, jüdisches Leben und jüdisch-christliche Glaubenswechsel in einem konfessionell gemischten Gebiet zu untersuchen, das von verschiedenen geographischen und kulturellen Grenzen geprägt war. 

Dr. Magdaléna Jánošíková (Amsterdam) legt den Fokus auf epistemische Handlungsfähigkeiten und fragt, wie im frühneuzeitichen Judentum Fachwissen über den Körper nach eigenen Maßstäben konstituiert, hinterfragt und weitergegeben wurde und wie diese Maßstäbe die sich wandelnden Normen in Bezug auf Beweise, Zeugenaussagen und Fakten widerspiegeln.

Dr. Uta Lohmann (Hamburg) konzipiert ein Ausstellungs- und Forschungsprojekt zu Moses Mendelssohn und der Haskala in Hamburg. Dabei soll die Bedeutung der Haskala als jüdische Modernisierungs- und Bildungsbewegung mit überregionalen Netzwerken untersucht werden, die von Berlin ausgehend Einflüsse auch auf das jüdische Geistesleben im Hamburger Raum hatte.

Tim Meier M.A. (Halle-Wittenberg) untersucht mit seiner Arbeit die macht- und wirtschaftspolitischen Konflikte des Absolutismus bis zum gesellschaftlich breit diskutierten Politikum der Judenemanzipation und zeichnet dabei die Argumentationsstrategien nach, mit denen die verschiedenen Akteure ihre Positionen im Kontext der jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Ordnung zu legitimieren versuchten.

 

Näheres zu den geförderten Projekten findet sich hier

Wir wünschen allen Forschungsvorhaben viel Erfolg! 

 

Bild: Leo Baeck Institute - New York|Berlin (Fotograf: Ole Witt).