In der Regel veranstaltet des IGdJ in jedem akademischen Semester eine mehrteilige Vortragsreihe zu einem bestimmten Thema.
Vortragsreihen
17.05.22
Dienstag
18:30 - 20:00
Vortragsreihen
Es geschah hier: Hamburg und die Shoah
„... es wurde wohl ein neuer Abschub vorbereitet.“ NS-Verfolgung im und Deportationen aus dem Hamburger Stadtraum.
Kristina Vagt und Stefan Wilbricht
Im Herbst 1938 folgten kurz aufeinander viele antijüdische Maßnahmen in aller Öffentlichkeit: die Abschiebung von tausend jüdischen Hamburger:innen im Rahmen der „Polenaktion“, die „Pogromnacht“ und die Verhaftung von tausend jüdischen Männern. Drei Jahre später erfolgten die Deportationen vom Hannoverschen Bahnhof. Von Sammelstellen wurden Männer, Frauen und Kinder zu den Sonderzügen gebracht. Der als Hauptgüterbahnhof Hamburgs genutzte Bahnhof war keineswegs abgelegen, sondern ein belebter, vielgenutzter Ort, wie jüngere Untersuchungen zeigen. Die Vorträge diskutieren den öffentlichen Alltag der Verfolgung und fragen nach den Reaktionen der jüdischen wie nicht-jüdischen Bevölkerung in Hamburg.
10.05.22
Dienstag
18:30 - 20:00
Vortragsreihen
Es geschah hier: Hamburg und die Shoah
Die Rothenbaumchaussee 38. Jüdisches Gemeindezentrum und Gestapo-Tatort.
Hendrik Althoff
Seit 1916 war die Stadtvilla an der Rothenbaumchaussee 38 der repräsentative Verwaltungssitz der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburgs. Der Novemberpogrom 1938 beendete diese Nutzung schlagartig. In den folgenden Monaten übernahm das „Judenreferat“ der Hamburger Gestapo, das sich zur Aufsichtsbehörde über das jüdische Leben in der Stadt erklärte, das Gebäude. Unter dem „Judenreferenten“ Claus Göttsche wurde das frühere Gemeindezentrum zum Ort des Terrors und zur zentralen Organisationsstätte der Shoah in Hamburg. Unmittelbar nach Kriegsende nahmen jüdische Überlebende das Haus erneut in Besitz, und bereits im September 1945 fand hier die Gründungsversammlung der neuen Jüdischen Gemeinde in Hamburg statt.